26. Aug

WC für RollstuhlnutzerInnen, Damen und Lehrkräfte…

WC_fuer_Rollinutzer_Damen_LehrkräfteGeschrieben von Gerda Behrends

Im Urlaub übernachteten wir in einer Jugendherberge.

Dort gab es eine interessante Konstruktion: auf dem Flur befand sich die Toilette/Dusche für NutzerInnen eines Rollstuhles.

Ausgewiesen wurde diese durch ein Schild neben der Tür:

„Dusche/WC“ mit dem Rollisymbol.

An der Tür dieser – einzigen mit dem Rollstuhl nutzbaren – Toilette/Dusche prangte ein sehr viel größeres Schild mit der Aufschrift:

„Dusche/WC für Damen und Lehrkräfte“

Dies warf einige Fragen auf:

  • Ist die Dusche für alle Damen gedacht, also auch für diejenigen, die keine Lehrkräfte sind?
  • Ist die Dusche für alle Lehrkräfte gedacht, egal ob Damen oder nicht?
  • Sind Rollstuhlfahrerinnen auch Damen?
  • Müssen Rollstuhlfahrerinnen Lehrkräfte sein, um die Toilette benutzen zu dürfen?
  • Was, wenn ein Herr im Rollstuhl Lehrkraft ist?
  • Kurz und gut: Für wen ist diese Dusche eigentlich nicht gedacht????

Wie auch immer: Die Dusche wurde nach meinen Beobachtungen von Damen und Herren gleichermaßen benutzt. So hatte ich als Rollstuhlfahrerin (Dame, aber keine Lehrkraft) das Problem, dass gerade morgens ständig besetzt war und auch sonst der fensterlose Raum ständig nass und voller Dampf war -  besonders angenehm war der Besuch bei der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Hitze nicht. Vor allem die Alternativlosigkeit machte mich zeitweise verzweifelt.

Mein Vorschlag: wenn es für RollstuhlnutzerInnen in einem ganzen Haus nur eine einzige zugängliche Toilette gibt, dann sollte die doch wirklich auch diesem Personenkreis vorbehalten bleiben. Und vielleicht sollte auch über eine weitere Duschmöglichkeit nachgedacht werden…

06. Aug

Hand zu Hand e. V.: Beratung für Gehörlose und Hörgeschädigte in Bremen

Geschrieben von Karin Ullmann

Beratungsstellen gibt es in Deutschland viele – die Beratungen werden professionell oder ehrenamtlich durchgeführt, decken die verschiedensten Themen ab und sind häufig kostenlos. Viele Angebote sind  außerdem niedrigschwellig, so dass man bei Bedarf einfach in die Beratungsstelle gehen und sich dort beraten lassen kann.

Ganz so einfach ist es jedoch für gehörlose und hörgeschädigte Menschen leider nicht – für Menschen, die auf Gebärdensprache angewiesen sind, bleiben viele Angebote verschlossen. In Konflikt- oder Krisensituationen bleiben diese Menschen häufig allein.

In Bremen hat man sich dieses Problems angenommen: Dort gibt es bereits seit 2006 eine Anlaufstelle für gehörlose, ertaubte, rest- und schwerhörige Menschen. Unter dem Motto “Ich sehe, was Du sagst!” bietet Hand zu Hand e. V. kompetente Beratung für diesen Personenkreis an. Die besondere Unterstützung, die die Mitarbeiter von Hand zu Hand e. V. anbieten, basiert auf einer hohen Gebärdensprachkompetenz, dem Wissen um die gehörlose Lebensrealität und der Erfahrung in der Beratung gehörloser Menschen.

Mehr über die Beratungsstelle erfahren Sie hier: www.handzuhand.net

30. Jul

“Mobile Wohnberatung” unterstützt alte und behinderte Menschen dabei, ein selbstbestimmtes Leben zu führen

Geschrieben von Karin Ullmann

Der demographische Wandel stellt die Gesellschaft vor vielfältige neue Aufgaben und Herausforderungen. Besonders im Bereich Wohnen gibt es noch viel zu tun: Noch immer steht flächendeckend nicht genug barrierefreier Wohnraum zur Verfügung. Menschen mit Behinderung und alte Menschen haben häufig große Problem, eine passende Wohnung zu finden, oder müssen die gewohnte Wohnumgebung verlassen, sobald diese den sich ändernden Bedürfnissen nicht mehr gerecht wird.

Die Mobile Wohnberatung nimmt sich genau dieses Problems an. Sie hat die Aufgabe, Modelle für das Wohnen in einer Gesellschaft, die immer älter wird, zu entwickeln. Dabei richtet sich das Angebot aber nicht nur an ältere oder alte Menschen, sondern an Menschen jeden Alters. Das Ziel ist es, dass Menschen die für sie passende Wohnumgebung finden und dort so lange wie möglich selbstbestimmt leben können. Darüber hinaus macht die Mobile Wohnberatung konkrete Vorschläge, wie Wohnungen an die geänderten Bedürfnisse des Eigentümers bzw. Mieters angepasst und barrierefrei umgerüstet werden können.

Die Mobile Wohnberatung ist ein ehrenamtlicher Service von Handwerksunternehmen, Architekten und Wohnberaterinnen und Wohnberatern. Die Beratung erfolgt aufsuchend vor Ort. Die Wohnsituation (Haus, Wohnung, Garten, Umgebung…) wird anhand von professionellen  Checklisten und Leitfäden analysiert. Anschließend werden konkrete Vorschläge und Entscheidungshilfen erarbeitet, die auch Hinweise auf finanzielle Fördermöglichkeiten enthalten.

Hier erfahren Sie mehr: www.mobile-wohnberatung.de

09. Jul

Lebenshilfe Schleswig-Holstein gibt 10. Ausgabe der “Post vom Inklusionsbüro” heraus

Geschrieben von Gerda Behrends

Liebe Leserinnen und Leser,

hier kommt die 10. Ausgabe der „Post vom Inklusionsbüro“.
In dieser Ausgabe geht es schwerpunktmäßig um das Thema „Barrieren und Barrierefreiheit“. Barrierefreiheit wird gerne mit Inklusion gleichgesetzt. Tatsächlich umfasst Inklusion natürlich viel mehr als die Beseitigung von Barrieren – aber Barrierefreiheit ist eine unerlässliche Grundvoraussetzung für Inklusion.
Deshalb müssen Barrieren abgeschafft werden, um Inklusion verwirklichen zu können.

Daran wollen wir gerne weiterhin mit Ihnen zusammen arbeiten.

Viel Spaß beim Lesen!
Klicken Sie hier: POST vom IB Ausgabe 10/2010 (PDF, 1,06 MB)

20. Mai

BIENE fliegt zum siebten Mal durchs Netz

BIENE LogoWettbewerb der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen für die besten barrierefreien Webseiten startet mit neuen Kategorien / Höhere Mindestanforderungen an Teilnehmer / Einreichungen bis zum 15. Juli möglich

Berlin/Bonn, 10. Mai 2010
Alles neu macht der Mai – auch für die BIENE. Der Wettbewerb der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen für die besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten startet mit neuen Kategorien und höheren Mindestanforderungen. “In den vergangenen Jahren haben wir uns bei den Kategorien an den Funktionen orientiert, die eine Webseite enthielt, denn davon hing in der Regel ab, welche Internet-Techniken eingesetzt wurden. Die Funktionen waren also ein gutes Unterscheidungsmerkmal”, fasst Iris Cornelssen, Projektleiterin für die BIENE bei der Aktion Mensch, die bisherige Zuordnung zusammen. “Mittlerweile nutzen aber fast alle Webseiten eine Kombination verschiedener technischer Lösungen. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Fachlichen Beirat des Wettbewerbs entschieden, neue Kategorien zu bilden. Entscheidend sind jetzt die Tätigkeitsbereiche der Teilnehmer.

Die neuen Kategorien sind:

  •  Unternehmen (Öffentliche und private Unternehmen, private Bildungseinrichtungen)
  • Organisationen (Verbände, Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen)
  • Verwaltung (Kommunen, Bundes- und Landesbehörden, öffentliche Bildungseinrichtungen)
  • Tagesaktuelle Medien Weiterlesen »
06. Mai

Monitorungstelle zur Behinderten-Rechts-Konvention bietet umfangreiche Informationen in Leichter Sprache an

Logo Leichte SpracheGeschrieben von Karin Ullmann

Seit 26. März 2009 gilt die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch in Deutschland. Das bedeutet, sie ist geltendes Recht in Deutschland. Der Staat hat sich verpflichtet, alle Inhalte der Konvention umzusetzen.

Diese Selbstverpflichtung wird von den Vereinten Nationen überwacht und kontrolliert. Die Staaten müssen alle 2 Jahre an die UN über ihre Fortschritte zur Umsetzung der Konvention berichten und aufzeigen, was noch zu tun ist. Dazu gibt es in jedem Land eine Stelle, die im Laufe der 2 Jahre alles aufnimmt, was im Land zur Umsetzung der Konvention geschieht. Die Erfassung, was sich gut entwickelt und was nicht so gut ist, nennt man Monitoring.

In Deutschland ist die Monitoringstelle zur Behindertenrechtskonvention beim Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin. Neuerdings bietet die Monitoringstelle eine tolle Webseite in Leichter Sprache zur Behindertenrechtskonvention an. Die Seite ist umfangreich, informativ, mit vielen Beispielen – und daher absolut empfehlenswert! 

Klicken Sie hier: www.ich-kenne-meine-rechte.de

05. Mai

Für Kurzentschlossene: Machen Sie mit bei den 05. Mai-Aktionen!

Empowerment (© Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.)Geschrieben von Karin Ullmann

Der heutige 05. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Im gesamten Bundesgebiet gibt es zu diesem Anlass Aktionen von Vereinen, von Verbänden, von Menschen mit und ohne Behinderung, um für die Idee der Inklusion und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen und zu werben.

Es gibt Ausstellungen, Informations-Stände, Mit-Mach-Aktionen, Spiele, Diskussionsrunden,  Feste, Filmvorführungen usw usf. Im Mittelpunkt der Aktionen stehen Themen wie Inklusion, die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, aber auch zum Beispiel konkrete Forderungen nach Barrierefreiheit oder einer “Schule für Alle”. Machen Sie mit!

Welche Aktionen laufen bei Ihnen vor Ort? Hier können Sie es herausfinden: www.diegesellschafter.de/aktion/5mai/aktionsfinder.php

04. Mai

barrierefrei-Award 2010 vergeben

Computer Internet (© Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.)Geschrieben von Marco Gedert

STARKENBURG. 15. April 2010. 50 Internetportale aus fünf Kategorien hatten es in die Endrunde geschafft, jetzt hat die Jury die Entscheidung bekannt gegeben und in jeder der fünf Wettbewerbskategorien die drei besten Seiten mit dem barrierefrei-Award 2010 ausgezeichnet. „Die Gewinner nähern sich auf eine äußerst innovative Art an das Thema „Barrierefreiheit“ an. Sie schaffen einen echten Mehrwert für Menschen mit Behinderungen und alte Menschen. Sie setzen sich aktiv für den Abbau von Hürden und Hindernissen ein und begreifen Barrierefreiheit als Ansporn und Auftrag – für uns ein auszeichnungswürdiges Anliegen“, sagt Marco Gedert, Geschäftsführer des Portals barrierefrei.de und Initiator des barrierefrei-Awards.

Über den barrierefrei-Award 2010 in Gold in der Kategorie „Barrierefreies Ehrenamt“ zeigt sich Peter Reichert, Pressesprecher Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. ganz begeistert: „Über diese tolle Nachricht haben wir uns sehr gefreut und danken Ihnen, Ihrem Team und der Jury für das Engagement im Zusammenhang mit dieser Auszeichnung! Sie motiviert uns, die vielen Aufgaben und Projekte für Menschen mit Körperbehinderung im Fokus der UN-Behindertenrechtskonvention noch intensiver zu verfolgen und auf unserem Internet-Portal öffentlichkeitswirksam darüber zu berichten“, schreibt er an das barrierefrei.de-Team. Weiterlesen »

26. Apr

“Welche Bilder brauchen Sie?” – Das Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Bremen e. V. startet Umfrage

Logo Büro für Leichte Sprache bei der Lebenshilfe BremenGeschrieben von Volker Uhle

Das Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Bremen e. V. hat ein neues von Aktion Mensch gefördertes Projekt:

Alle, die Texte, Pläne, Verträge etc. für Menschen mit Behinderungen in Leichter Sprache erstellen, stehen häufig vor dem selben Problem: Es gibt zu wenig gute Abbildungen. Darum werden wir in den nächsten 2-3 Jahren 500 neue Abbildungen für die Leichte Sprache erstellen lassen. Ziel ist ein ständig erweiterbares, standardisiertes Abbildungssystem in CD- und Buchform, das für einen erschwinglichen Preis im Handel erhältlich sein wird. Bevor die Bilder von einem Illustrator gezeichnet und von den NutzerInnen getestet werden, müssen wir zunächst einmal wissen, welche Bilder dringend gebraucht werden. Dafür brauchen wir Ihre Mithilfe. Schreiben Sie uns, welche Bilder Sie häufig benötigen und welche Bilder noch fehlen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich zahlreich an unserer Umfrage beteiligen. Sie können die Fragen sowohl am PC ausfüllen und per Mail zuschicken oder den Bogen per Hand ausfüllen und per Post an uns zurückschicken.

Die Umfrage finden Sie hier: Bilder-Umfrage Leichte Sprache (Word, 932 KB)

Wir freuen uns sehr auf Ihre Rückmeldungen.

Schöne Grüße,
das Team aus dem Büro für Leichte Sprache

Lebenshilfe Bremen e.V.
Büro für Leichte Sprache
Petra Schneider
Waller Heerstr. 55
28217 Bremen 
Tel. 0421 – 387 77 – 79
Fax 0421 – 387 77 – 99
www.lebenshilfe-bremen.de/LeichteSprache.htm

20. Apr

Erfolgreiche Inszenierung von Mozarts “Zauberflöte” für blinde und gehörlose Menschen am letzten Samstag im Theater Heidelberg

blinder Mann (© Mensch Zuerst)Gebärdensprache (© Mensch Zuerst)Geschrieben von Karin Ullmann

Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft -und somit auch am kulturellen Leben. Besonders Menschen mit Sinnesbehinderungen wird das Erleben von kulturellen Veranstaltungen jedoch häufig durch zahlreiche Barrieren erschwert. Das Theater Heidelberg hat am letzten Samstag, den 17. April 2010, gezeigt, wie Teilhabe trotzdem erfolgreich gestaltet werden kann: Sie brachten eine Operninszenierung für blinde und gehörlose Menschen auf die Bühne.

Mit Mozarts “Zauberflöte” stand am Samstag ein echter Klassiker auf dem Programm – kein Wunder, dass die barrierefreie Veranstaltung schon Wochen vorher ausgebucht war. Menschen mit Sehbehinderung konnten Mozart mithilfe von ausführlicher und live eingesprochener Audiodeskription, die ihnen Gestik und Mimik der Sänger sowie Handlung und Kostüme näher beschrieb, und der entsprechenden Übertragungstechnik ganzheitlich erleben. Gehörlose Menschen wurden von zwei Gebärdensprachdolmetschern in die Welt der ”Zauberflöte” mitgenommen. Neben der erfolgreichen Operninszenierung auf der Bühne gab es zusätzlich im Vorwege die Möglichkeit einer barrierefreien Bühnen-, Masken- und Kostümführung, bei der nicht nur geschaut, sondern zum Beispiel auch ertastet werden durfte. Weiterlesen »

25. Mrz

Neue DIN 18040 Teil 1 für barrierefreie öffentliche Gebäude verabschiedet

Architektin (© Mensch Zuerst)Geschrieben von Karin Ullmann

“Was lange währt…”
Nach 12 Jahren Arbeit war es endlich soweit: Im März 2010 wurde die DIN 18040 Teil 1 verabschiedet. Diese DIN (Norm des Deutschen Instituts für Normung) regelt das barrierefreie Bauen von öffentlich zugänglichen Gebäuden.

Laut Musterbauordnung (§ 50 Abs. 2 MBO) gehören zu den öffentlich zugänglichen Gebäuden Sport- und Freizeitstätten, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude, Verkaufs- und Gaststätten, Stellplätze, Garagen und Toilettenanlagen. Die DIN 18040 Teil 1 gilt für Neubauten; sie sollte aber sinnvollerweise auch für Umbauten und Modernisierungen als Leitfaden Verwendung finden.

Bei einer neuen DIN ist es üblich, dass die technische Fertigstellung weitere vier bis sechs Monate in Anspruch nimmt. Mit einer gedruckten bzw. elektronischen Form des genauen Inhaltes und Wortlautes der DIN 18040 Teil 1 ist deshalb erst im Sommer diesen Jahres zu rechnen. Über die Einführung der DIN 18040 Teil 1 als technische Baubestimmung entscheidet dann jedoch jedes Bundesland gesondert.

Weitere Informationen finden Sie auch hier: http://nullbarriere.de/din18040.htm

18. Mrz

Hinweis auf interessante Website: www.natko.de – Tourismus für Alle!

Computer_Internet (© Mensch Zuerst)Geschrieben von Karin Ullmann

Die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle (= NatKo) bietet umfangreiche Informationen zum Thema “Barrierefreies Reisen”

Auf der Website www.natko.de findet nicht nur derjenige Tipps und geeignete Ziele, der innerhalb Deutschlands verreisen möchte, sondern auch derjenige, der als Touristiker Reisen, Unterkünfte und andere Angebote bereithält. Alle Informationen stehen unter dem übergreifenden Motto “Barrierefreiheit” bzw. “Tourismus für Alle”.

Für Menschen, die verreisen möchten, gibt es eine umfangreiche Datenbank mit detaillierten Beschreibungen über die Barrierefreiheit der angebotenen Leistungen – aufgeteilt in die Kategorien “Wohnen & Schlafen”, “Essen & Trinken”, “Freizeit & Kultur”, “Reiseveranstalter”, “Service & Assistenz”, “Verkehr”, “Hilfsmittel” und “Regionale Infos”. Anhand einer eigens von der NatKo gemeinsam mit der Agentur anatom5 entwickelten Piktogramm-Serie “Menschen & Behinderung” können Anbieter aus dem Touristikbereich ihre barrierefreien Angebote mithilfe der Symbole einordnen und so leicht erkennbar machen. Für den Nutzer, der eine Reise unternehmen möchte, lässt sich auf diese Art und Weise schnell erfassen, welchen Service er im Bereich der Barrierefreiheit erhalten kann. So sind zum Beispiel Angebote für gehörlose Menschen, für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Rollstuhlfahrer besonders gekennzeichnet. Darüber hinaus bietet die NatKo auch Dienstleistungen wie Beratungen, Seminare und Fachvorträge an. Ein Klick auf www.natko.de lohnt sich also!

Die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. gibt es bereits seit 1999. Damals wurde der Verein von acht Bundesbehindertenverbänden gegründet, u. a. von der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe e. V., dem Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. und der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. Inzwischen ist die NatKo die zentrale Anlaufstelle für alle Anliegen rund um das Thema “Barrierefreier Tourismus” in Deutschland.

22. Feb

Wohnprojekt Lindenhain in Kaltenkirchen: Zweites Wohnhaus wurde bezogen

Logo Wohnprojekt Lindenhain in KaltenkirchenGeschrieben von Gerda Behrends

Anfang 2010 wurde das zweite Haus des inklusiven Wohnprojektes „Lindenhain“ in Kaltenkirchen bezogen. Dieses Projekt der Lebenshilfe Kaltenkirchen und des Architektenbüros / Bauunternehmens Böttcher wird vom Innenministerium Schleswig-Holstein gefördert und vom Projekt Inklusionsbüro des Landesverbandes Lebenshilfe Schleswig-Holstein im Rahmen einer Wirkungsprüfung begleitet. Es besteht aus drei Wohnhäusern mit insgesamt 60 Wohnungen. Es gibt Wohnungen mit 2, 3 oder 4 Zimmern. Alle sind barrierefrei, 8 Wohnungen sind rollstuhlgerecht. Hier können - und sollen - ganz unterschiedliche Menschen wohnen: Menschen mit und ohne Behinderung, alte und junge Menschen, Familien, Paare und Einzelpersonen.

Im ersten Haus haben sich die Mieter, die vor etwa einem Jahr dort einzogen, bereits gut eingelebt. Es gab die ersten Mieterversammlungen, die Menschen lernen sich kennen, und die Nachbarschaft wächst zusammen

Im neu bezogenen Haus 2 sind nun auch alle Wohnungen belegt, bis auf zwei, die ab März vermietet sind. Wie schon bei dem ersten Haus wurde auch bei diesem Haus großer Wert auf eine sorgfältige Auswahl der Mieter gelegt. Es wohnen ganz verschiedene Menschen hier: Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen aller Altersgruppen, Menschen unterschiedlicher Herkunft. Weiterlesen »

19. Feb

UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen als Herausforderung für das ärztliche Handeln und das Gesundheitswesen

Ärztin (© Mensch Zuerst)Geschrieben von Karin Ullmann

Zentrale Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten (Zentrale Ethikkommission) bei der Bundesärztekammer gibt Stellungnahme ab

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft – in allen Bereichen. Zu einigen Bereichen, die in den einzelnen Artikeln der Konvention beschrieben sind, gibt es bereits zahlreiche Veröffentlichungen und Positionspapiere, die Vorschläge zur Umsetzung der geforderten Rechte machen, zum Beispiel zu den Themen Beschäftigung, Zugänglichkeit oder Bildung.

Die Zentrale Ethikkommission bei der Bundesärztekammer hat nun eine Stellungnahme zum Themenbereich Gesundheit herausgegeben. In dem vierseitigen Dokument werden nicht nur die Leitprinzipien und -begriffe der UN-Konvention aufgegriffen, sondern auch die sich ergebenden Anforderungen an das Gesundheitswesen und die Arzt-Patienten-Beziehung näher beleuchtet. Die Zentrale Ethikkommision möchte mit der Stellungnahme Diskussionen und konkrete Umsetzungen der in der UN-Behindertenrechtskonvention festgelegten Rechte für Menschen mit Behinderungen fördern.

Lesen Sie hier die Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission zur UN-Behindertenrechtskonvention (PDF, 264 KB)

12. Feb

Ausgewählter Ort des Tages im Land der Ideen 2010: Die Firma draisin entwickelt Fahrräder für Menschen mit Behinderungen

Fahrradfahrer (© Lebenshilfe SH)Geschrieben von Karin Ullmann

Eine Fahrradtour machen, mit dem Rad zum Einkaufen fahren oder sogar eine Urlaubsreise mit dem Fahrrad – was für viele Menschen selbstverständlich und unspektakulär klingt, bleibt für Menschen mit Behinderungen häufig nur ein Gedanke oder ein unmöglicher Wunsch. Die im Handel gängigen Fahrradmodelle sind in der Regel nicht an die besonderen Bedürfnisse der verschiedensten Menschen angepasst.

Doch so unmöglich sind diese Wünsche gar nicht: Die Firma draisin mit Sitz in Achern (Baden-Württemberg) nimmt sich seit einigen Jahren dieses Problems an und entwickelt spezielle und individuelle Fahrräder – für jeden Menschen, für jeden Bedarf. Die kreativen Fahrradmodelle sind nicht nur eine Therapiemöglichkeit, sondern fördern auch Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Menschen. Gefördert wird auch der Gedanke der Inklusion: die Firma verkauft ihre Fahrräder nicht nur, sondern vermietet sie auch und organisiert Touren und Urlaubsfahrten – für Menschen mit und ohne Behinderungen.

Heute ist die kreative Firma draisin in Achern “Ausgewählter Ort des Tages” im Land der Ideen 2010 (siehe auch Bericht vom 28.09.2009). “Deutschland – Land der Ideen” ist ein bundesweit erfolgreicher Wettbewerb, der Deutschlands beste Ideen sucht und auszeichnet. Als Ergebnis wird jeden Tag des Jahres eine dieser Ideen als “Ausgewählter Ort des Tages” mit einer Veranstaltung präsentiert.

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