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30. August 2010

Inklusion und Soziale Landwirtschaft

Am 23. August fand am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel in Zusammenarbeit der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) und der Europäischen Akademie für Landschaftskultur e.V. (PETRARCA) eine Fachtagung über die Entwicklung und die Chancen der Sozialen Landwirtschaft in Deutschland und Europa statt. Das Inklusionsbüro war eingeladen, einen Vortrag über die UN-Behindertenrechtskonvention und deren mögliche Bedeutungen für den Bereich der Sozialen Landwirtschaft zu halten.

Die Soziale Landwirtschaft umfasst sowohl landwirtschaftliche und andere grüne Betriebe unter dem Dach von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) als auch gewerbliche landwirtschaftliche Betriebe und Gärtnereien, die Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen oder sozial benachteiligte Menschen beschäftigen. In einem hohen Maße sind dies Betriebe, die ökologischen Landbau betreiben, da in diesen Betrieben im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft mehr Handarbeit anfällt und weniger Gefahrenquellen existieren.

Auch in Schleswig-Holstein bestehen viele Betriebe, die dem Bereich der Sozialen Landwirtschaft zuzuordnen sind. Entweder unter dem Dach von WfbM, als Lebens- und Arbeitsgemeinschaften oder in Form von gewerblichen Betrieben, die Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen beschäftigen (z.B. auch im Rahmen von Außenarbeitsplätzen oder gemeindenahen Beschäftigungen).

Das besondere am Bereich der Sozialen Landwirtschaft ist, dass diese eigenen ethischen Grundsätzen folgt. Neben der angestrebten hohen Qualität der Erzeugnisse wird das „Wie“ der Erzeugung in den Mittelpunkt gestellt. Mensch und Natur sollen nicht ausgebeutet werden, sondern Entwicklungschancen erhalten. Mit diesem Ansatz ist die Soziale Landwirtschaft auch sehr offen für die Leitorientierug der Inklusion. Somit kann sie interessierten Menschen mit Behinderung vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Weitere Informationen zu dem Arbeitsgebiet der Sozialen Landwirtschaft bietet die Internetseite www.soziale-landwirtschaft.de.