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5. Januar 2011

Neues Berufsbild: Menschen mit Down-Syndrom als Pflege-Animatoren

Geschrieben von Karin Ullmann

Der demographische Wandel ist in vollem Gange, die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen steigt stetig, soziale Aspekte, menschlicher Kontakt und Kommunikation können daher in der Pflege häufig nicht berücksichtigt werden. Viele alte, besonders bettlägerige, Menschen leiden unter dieser Situation, viele sind einsam und haben Ängste. Aber auch viele Pflegekräfte leiden  unter dem Zeitdruck, der ihnen oft nicht den Raum lässt, sich mehr Zeit für die pflegebedürftigen Menschen zu nehmen.
Gleichzeitig steht die Gesellschaft vor der Aufgabe, mehr Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren bzw. ihre Teilhabe am beruflichen Leben zu fördern.

Warum nicht beides miteinander verbinden, dachte sich ein pfiffiger Betreiber eines „Instituts für Ausbildung und Supervision“ in Düren/NRW und entwickelte ein neues Berufsbild für Menschen mit Down-Syndrom: den Beruf des Pflege-Animators. Manfred Paier ist als Dr. Clown bereits seit 2001 in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen in Nordrhein-Westfalen unterwegs und gibt Seminare u. a. zu den Themen „Humor in der Pflege“, „Clown und Altenheim“ und „Humortherapie für Demenz“. Seiner Arbeit liegt die Erkenntnis, die auch wissenschaftlich belegt ist, zugrunde, dass Lachen und Humor die Lebensqualität steigert und den Selbstheilungsprozess aktiviert. Profitieren können dabei nicht nur Patienten, sondern auch das Pflegepersonal.

„Ziel des Pilot-Projektes Healing Animation ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Down-Syndrom die Teilhabe am beruflichen Leben im Ersten Arbeitsmarkt adäquat ihren Talenten und Fähigkeiten zu ermöglichen und ein neues Berufsfeld für diese gesellschaftliche Minderheit zu erschaffen. Das Projekt reiht sich ein in die Bestrebungen, unseren Planeten als Familie zusammen wachsen zu lassen, den Respekt vor unterschiedlichen Nationen, Religionen und auch Menschen mit Behinderungen aufzubauen und Vorurteile zu überdenken,“ so Dr. Clown auf seiner Homepage. In einer 9-monatigen Ausbildung werden Grund- und Schlüsselqualifikationen in einem schulischen Teil und durch individuelle Förderung erlernt und vertieft. Danach folgt ein 6-monatiges, begleitendes Praktikum mit dem Ziel, von der Einrichtung als Mitarbeiter übernommen zu werden. Pflege-Animatoren sollen zusätzlich zu Medizinern und Pflegefachkräften in der Therapie alter und kranker Menschen eingesetzt werden. Eine tolle und zukunftsweisende Idee!

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